Mittwoch, 25. April 2018

Fertig dänke



«Fertig dänke!»
Das ist meine Forderung an die Politiker und Politikerinnen unseres Landes, wenn es um das Gesundheitswesen geht. Damit meine ich nicht, dass sie aufhören sollen, zu denken. Hier heisst «fertig dänke» sie sollen das, was sie in der letzten Zeit so von sich geben haben mal zu Ende denken.
Was geschieht, wenn der Satz: „Ein Spital kann geführt werden, wie jedes andere Unternehmen.“ Wirklich durchgezogen wird?
Wagen wir doch den Blick, in eine Zukunft, mit Spitälern, die ausschliesslich auf den Profit ausgerichtet sind:
Patienten, die defizitär sind, weil ihre Behandlungszeit länger ist als der DRG es vorsieht, werden entlassen. Sie werden entweder von ihren Angehörigen abgeholt oder mit der Bahre aus dem Spital herausgefahren und dort, selbstverständlich nachdem die Bahre ausgekippt worden ist, ihrem Schicksal überlassen. Es werden wohl einige vor dem Spital elend verrecken. Die Toten werden dann von den Bestattern eingesammelt.
Ärzte und Pflegende machen nur noch genau das, wofür sie bezahlt werden. Eine Operation dauert länger? Wenn die bezahlte Zeit um ist, wird zugenäht. Es sei denn, der Patient hat Zusatzminuten bezahlt.
Überwachung auf Station? Nur auf Verordnung und streng nach Plan. Das Organisieren und Vernetzen der interdisziplinären Dienste übernimmt die Pflege nur, wenn der Patient dafür bezahlt.
Bettwäsche, Inkontinenz- und Verbandmaterial: Alles ist abgezählt. Wer mehr benötigt muss bezahlen. Kann er dies nicht. Liegt er halt im Dreck oder riskiert eine Wundinfektion.
Ihr findet meine Schilderungen bizarr und widerlich? Ja ich auch. Ich habe jedoch nur zu Ende gedacht, was Politikerinnen und Politiker in unserem Land zum Thema Gesundheitswesen sagen und tun. Es ist ein Ausverkauf der Menschlichkeit.
Mich macht das traurig. Traurig darüber, dass ein so reiches Land, das seine eigenen hohen Wertvorstellungen und ihre Moral immer wieder betont, die Menschenwürde aufs Spiel setzt. Und das auch noch für Geld.
Eure Madame Malevizia