Freitag, 12. August 2016

Kleider machen Pflegehexen

Meine Lieben!
Ich habe da ein Problem. Ein kleidungstechnisches Problem. Für meine zukünftigen Aktivitäten muss erkennbar sein, was ich bin. Ich bin Pflegehexe, ein Wort, zusammengesetzt aus Pflege(fachfrau) und Hexe. Über Hexenkleidung verfüge ich bereits. Die Hexe sieht man mir an. Aber die Pflege? Woran erkennt man eine Pflegende? Ja, meine Lieben, ich weiss wie eine Pflegefachfrau aussieht, mein Pseudonym arbeitet als solche. Aber mal ehrlich, wenn ihr im Spital seid, könnt ihr eine Pflegefachfrau einwandfrei erkennen? Aufs Namensschild schielen gilt nicht! Probierts mal aus, ich gespannt wie viele von Euch zuerst an die Physio, die Reinigungskraft oder den Transportdienst geraten…
Ich habe Google um Rat gefragt. Und anstatt Pflegefachfrau, das in der Öffentlichkeit noch immer vorherrschende Wort ‚Krankenschwester‘ eingegeben. Und Google hat mir zwei Stereotypen gezeigt, mit denen ich immer wieder konfrontiert bin. Einige von Euch werden sie benennen können: Jawohl, es sind die Sexy Schwester und die barmherzige Schwester.
Beginnen wir mit der sexy Schwester. Hier ein kleines Beispiel:



Ist sie nicht der fleischgewordene Traum eines jeden Mannes. Eines muss hier aber mal gesagt werden: Liebe Männer, wenn ihr jemals in ein Krankenhaus müsst, werden Eure Interessen vieler Natur sein, aber ganz nicht sexueller… Und was wir bei unserer Arbeit tun, ist sehr Vielseitig, aber mit Sex hat es rein gar nichts zu tun.
So kann eine Pflegehexe unmöglich aussehen. Zusammen mit meinem Namen Madame Malevizia würde ich da wohl eher in eine andere Berufsgruppe passen.

 Da hätten wir ja noch die barmherzige Schwester.


Eines hat sie mit der sexy Schwester gemeinsam: Die Haube. Weshalb für mich dieses Accessoire definitiv weg fällt. Das wäre nämlich die einfachste Art gewesen sich als Pflegehexe erkennbar zu machen. Einfach Hexenkleidung und ein Häubchen darauf, fertig. Beim Thema barmherzige Schwester ist mir eines wichtig: Dieses Bild ist entstanden aus den Anfängen der Pflege. Alles was ich jetzt sage, bezieht sich auf dieses Bild, keineswegs auf die Leistung dieser Frauen, die zweifelsohne riesig ist. Als Vertreterin seht ihr Florence Nightingale, die ich selbst als Begründerin der professionellen Pflege sehe. Aber zurück zur barmherzigen Schwester. Sie kümmert sich aufopferungsvoll um ihre Patienten, liest ihnen jeden Wunsch von den Augen ab. Ärzte sind ihre Götter, für den Chefarzt stehen sie sogar der Grösse nach ein. Die barmherzige Schwester benötigt keine Ausbildung, sie wurde zur Schwester geboren und hat die Pflege im Blut. Meine Lieben! So werden Pflegende heute noch von vielen gesehen. Doch die barmherzige Schwester hat ebenso wenig mit unserem Beruf zu tun, wie die sexy Schwester!
Also fällt auch eine alte Schwestertracht als Erscheinungsbild weg.
Mit dieser Recherche bin ich keinen Schritt weiter gekommen. Ich werde mein Erscheinungsbild selbst entwickeln müssen. Denn eines muss ich ehrlich zugeben: Weder im Outfit der sexy Schwerster, noch in der Tracht der barmherzigen Schwester würde ich mich wohl fühlen.
Mein Ziel ist es, als Pflegehexe erkannt und dabei auch ernst genommen zu werden. „Kommt nicht daher wie selbst gehäkelt!“ hat einmal eine Dozentin in der Höfa zu diesem Thema gesagt. „Wenn ich meine Bluse anziehe, bin ich nicht mehr Privatperson, sondern ganz in meinem Beruf“ Diesen Satz, von einer Lernenden (bei einem anderen Beruf), würde ich sofort unterschreiben. Es kommt zwar schon darauf an, was ich trage, weil ich erkannt werden will, aber noch viel mehr, wie ich es trage.
Das Bild der Pflege in der Öffentlichkeit muss sich ändern. Ich will meinen Beitrag dazu leisten. Es fängt damit an, dass ich meine Google suche nochmals starte. Diesmal mit „Pflegefachfrau“. Daraus werde ich die Kleidung entwickeln, die meiner Meinung nach einer Pflegehexe würdig ist. Ihr dürft also gespannt sein!
In Liebe

Eure Madame Malevizia.