Meine Lieben,
Ende Juni bin ich dem Sonnenuntergang entgegen
geflogen. Erschöpft war ich. Die letzten Monate haben auch von mir sehr viel
gefordert. Und mein Körper sagte mir sehr deutlich, dass er so nicht weiter
machen kann. Verunsichert war ich, weil ich spürte, dass das, was ich so
geliebt hatte, nämlich Pflegehexe sein, zur Last geworden war. Ich sass auf meinem
Besen und flog weg. Ich wusste nicht, ob ich zurückkehren würde.
In diesen zwei Monaten, habe ich mir Zeit
gelassen, mir bewusst zu werden, was in diesem Jahr passiert ist. Ein absolut
verrücktes Jahr und vieles kommt mir bis heute surreal vor. Bilder kamen auf,
die Gefühle dazu folgten, eine Mischung von Angst, Mut, Sorge, Enttäuschung und
Wut war da. Ich verarbeitete, ich reflektierte und sortierte. Und das Wichtigste:
Ich gönnte meinem Körper und meinem Geist eine Pause.
Schon bald wurde für mich klar: Es wird weiter
gehen, denn mein Pflegehexentum ist mir wichtig. Ich habe mich daran erinnert,
wozu ich geboren wurde, nämlich um Stimme zu sein. Eine Stimme aus der Pflege
und eine Stimme für die Pflege. Als ich vor 4 Jahren angetreten bin, habe ich
es mir zur Aufgabe gemacht, Themen aus der Sicht einer Pflegefachfrau zu
beleuchten, ich wollte zeigen, dass Pflegefachpersonen eben keine Hilfspersonen
von Medizinern oder anderen Disziplinen sind, sondern eine eigene Profession.
Ich wollte, dass der Pflegenotstand wahrgenommen wird und Lösungen gesucht und umgesetzt
werden.
Eine Stimme sein. Das will ich auch heute. Doch um
das sein zu können, muss ich mir einiger Dinge bewusst sein und diese auch nach
aussen kommunizieren:
-
Ich bin eine One – Woman – Show. Alles
was ich schreibe oder tue kommt von mir als Einzelperson. Das hat den
Vorteil, dass ich nur für mich selbst verantwortlich bin, es begrenzt jedoch
auch meine Möglichkeiten.
-
Pflegehexe sein ist nicht mein
Broterwerb. Ich kann nicht eine Stimme aus der Pflege sein, wenn ich nicht
selbst in der Pflege arbeite. Das Engagement als Pflegehexe ist so gesehen also
eine Freizeitbeschäftigung. Und weil das so ist, muss es mir auch Spass machen,
dies zu tun.
-
Worte sind meine Magie. Mein Instrument
ist das Schreiben und manchmal auch das Sprechen. Darauf möchte ich mich in
Zukunft fokussieren.
- Für mich das Allerwichtigste: Es ist meins! Ich freue mich über Inputs, Diskussionen, Hinweise auf Themen und Einladungen. Dennoch bin ich freifliegende Hexe, und keiner hat ein «Anrecht» auf mich. Stellungnahmen, Kommentare und Austausch können erbeten, aber nicht verlangt oder erwartet werden. Ich bin die Pflegehexe, ich gebe meine Zeit, meine Energie und mein Herzblut, um eine Stimme sein zu können. Daher ist es mein Recht und auch meine Pflicht mir selbst gegenüber, zu selektionieren, was ich tue, schreibe oder sage und was nicht.
Zum Schluss möchte ich noch Danke sagen,
für die ermutigenden und fürsorglichen Worte, als ich in den Sonnenuntergang
geflogen bin und dass Ihr mir über zwei Monate, in denen ich Euch nichts
gegeben habe, treu geblieben seid.
Ihr ermöglicht es mir, eine Stimme zu
sein, die zunehmend auch wahrgenommen und gehört wird. Ohne eure Likes, Eure
Kommentare und Euer Teilen, wäre alles das nicht möglich.
Es ist schön, wieder hier zu sein!
Eure Madame Malevizia
Danke sehr für dieses schöne, ehrliche aber auch herzerwärmende Lebenszeichen, liebe Hexe - and welcome back. "Ich bin eine freifliegende Hexe. Keine_r hat ein Anrecht auf mich." Besser hättest Du das nicht formulieren können. Bleib die Frau, die Du bist und lasse Dich weiterhin nicht vereinnahmen. Und hör nie auf zu fliegen.
AntwortenLöschenHerzlichst
Markus
Danke für deine klaren Worte. Ja, eine Hexe ist frei, soll sie auch sein, damit ihr Zauber wirkt!
AntwortenLöschenZaubere weiter so und berühre mit deinem Zauberstab weiterhin die Themen die uns berühren, aufrütteln, verzaubern und zum Nachdenken anregen...
Therese