Dienstag, 14. November 2017

Freie Meinungsäusserung zur Pflegeinitiative – eine pflegehexerische Stellungnahme Teil IV


Es gibt Dinge, die ich nicht verstehen muss – oder die Ausländer sind schuld.

Eines der für mich absolut nicht nachvollziehbaren Themen, die mit der Pflegeinitiative in Zusammenhang gebracht werden, ist die Ausländerfrage (sorry, ich weiss gerade kein besseres Wort). Es widerstrebt mir zutiefst, mit meiner Stellungnahme irgendwelcher rechten Hetze möglicherweise eine Plattform zu bieten. Aber ich stelle mich dem jetzt und hier.



„In der letzten Zeit habe ich meinem Nachbar im Ospedale Civico Lugano besucht. Bei den Patienten sind Schweizer eine kleine Minderheit (30%?) und genau so beim Personal. Wir sind soweit, dass Ausländer (Grenzgänger) das CH-Personal ausboxen. Es kommen pro Jahr 10-tausende zu uns und lassen sich sofort gratis pflegen. Immer mehr Ausländer pflegen immer mehr ausländische Patienten, wo es hingeht weiss keiner.“

Tullio Bernasconi



Ich kenne die Zahlen nicht, sie interessieren mich auch nicht. Jeder Mensch, hat das Recht auf Leben und jeder Mensch hat das Recht auf würdige Pflege. Die Nationalität hat damit nichts zu tun. Es kann nicht die Lösung sein, Kriterien aufzustellen, wer jetzt gepflegt werden soll und wer nicht.



„…Wenn wir (einigermassen) offenen Grenzen haben, müssen wir damit leben dass erstens Menschen kommen wollen, und zweitens Firmen das Recht haben solche Menschen einzustellen…

David K.

Sie dürfen kommen, wenn das ihr Wunsch ist, soll das möglich sein. Es kann jedoch nicht sein, dass die Schweiz Pflegefachpersonen gezielt anwirbt um den eigenen Mangel zu decken.



„…Übrigens: wir brauchen auch so viel Pflegepersonal weil viele mittlerweile ältere südeuropäische pensionierte Bauleute Pflege brauchen“

David K.



Diese Menschen, haben ihre Arbeitskraft in der Schweiz eingesetzt und hier Steuern bezahlt, sie haben ein Recht darauf hier auch gepflegt zu werden. Es ist einfach mit nichts zu begründen, dass die Schweiz zuerst diese Menschen herholt und sie dann nach getaner Arbeit, wenn sie krank werden einfach wieder abschiebt. Wo bleibt da die Menschlichkeit?



„Der erste Schritt ist die Kündigung der PFZ.

Das müsste eigentlich jedem einleuchten.

Konsequenzen PFZ: Mehr Lohndruck, mehr Stress, weniger sozialer Zusammenhalte, mehr Arbeitslose/Ausgesteuerte, mehr Leute, mehr Leute in Pflege, ..., noch mehr Pfleger notwendig ...

Danach der Kündigung können wir über eine Verbesserung der Ausbildung sprechen“.

Max Ernst



Es hat einige Zeit gedauert, bis ich kapierte was PFZ heisst. Ich bin zwar manchmal schwer von Begriff, aber für mich ist es auch völlig abwegig, den Fachkräftemangel in der Pflege mit der Personenfreizügigkeit zu begründen. Und die Gleichung von Herrn Ernst verstehe ich beim besten Willen nicht.



„Warum soll die Schweiz für die PFZ Einwanderung noch mehr Leute ausbilden? Vielleicht müssten die Pflegeberufe neu organisiert werden, damit auch Leute mit niedrige Qualifikationen mithelfen können, und so mehr Asylanten und Sozempfänger ihren Teil dazu leisten können.“

Nina Klein



Ich kann den Zusammenhang zum PFZ einfach nicht herstellen. Das Hauptproblem ist einfach der Fachkräftemangel auf Tertiärstufe, also ganz oben. Da nützt es nichts, noch mehr Ungelernte ins System einzubinden. Es braucht Leute, die diese „Arbeiter“ koordinieren können, die wissen, was wann wie getan werden muss. Im Gesundheitswesen sind dies die Pflegefachpersonen HF.


Madame Malevizia, Pflegehexe