Mittwoch, 15. November 2017

Freie Meinungsäusserung zur Pflegeinitiative – eine pflegehexerische Stellungnahme Teil V


Lösungs – und nicht Lösungsansätze




Es gibt auch Versuche zur Lösung des Problems beizutragen. Manche dieser Ansätze sind durchaus brauchbar, eher weniger…


«...Der Vorstoss von SVP Joder ist unredlich. Dass die Krankenschwestern mehr Verantwortung übernehmen können ist unbestritten. Aber Joder wollte lediglich noch mehr Arbeit auf das Pflegepersonal abwälzten und so Kosten einsparen. Unredlich.»

Urs Baumann

Das war in keiner Weise die Absicht von Herrn Joder. Seine Grundüberlegung war, den Pflegefachpersonen vor dem Gesetz jene Verantwortung zu übergeben, die sie in der Praxis schon seit Jahren übernehmen. Der Vorstoss von Herrn Joder ist der einzige ernst zu nehmende, den es bisher im Parlament gab.


„Die Initiative ist schwachsinnig! Woher sollen den all die Leute kommen? 1/4 aller Studenten in der Schweiz sind bereits aus dem Ausland rekrutierte. Zudem muss bereits heute jede 2. neu geschaffene Stelle von einem Menschen besetzt werden, den man aus dem Ausland rekrutiert.

Wenn Sie die Attraktivität des Pflegeberufs mit dieser Initative weiter steigern und Einheimische (Schweizer wie Ausländer) vermehrt umsteigen, dann müssen ganz einfach die verlassenen Arbeitsstellen erneut mit anderen aus dem Ausland geholten Menschen besetzen. DAS IST EIN NULL-SUMMEN-SPIEL, jedoch ein teures, weil wir für diese Umbesetzung (Umschulungen) Milliarden ausgeben müssen.“

Rolf Rothacher


Ok. Denken wir diesen Ansatz mal zu Ende: Der Fachkräftemangel lässt sich nicht beheben, weil er sonst wo anders entsteht. Wir lassen alles wie es ist. Lassen somit zu, dass auch die letzte Pflegefachperson zusammenbricht. Dann pferchen wir Gebrechliche, Verletzte und Kranke in eine Hütte und lassen sie dort elend verrecken. Wir können sie natürlich auch einfach auf der Strasse liegen lassen...Es überlebt nur der, der für die Pflege bezahlen kann. Problem gelöst. Nein, das ist nicht sarkastisch, das ist ehrlich.


„Ja zu mehr Ausbildungslohn und vermutlich schlussendlich auch mit mehr Lohn (der auch angebracht wäre), nur ob man damit mehr Pflegepersonal in der Schweiz generiert??? - es gibt attraktivere Jobs, die mit weniger Psychischer und körperlicher Belastung behaftet sind.“

Roland Nuessli

Genau deshalb will die Pflegeinitiative auch „anforderungsgerechte Anstellungsbedingungen“ (Initiativtext). Es würde die Attraktivität des Berufes aber durchaus positiv beeinflussen, wenn mit dem Salär einer Pflegefachperson am Patientenbett eine Familie ernährt werden könnte.


„Das Pflegepersonal verdient grosse Hochachtung für Ihre Arbeit. Es ist aber auch ein gesellschaftliches Problem, dass der Pflegeberuf nicht grade für Junge Leute attraktiv ist. Einerseits hat dies sicher mit dem tiefen Lohn während und nach der Ausbildung zu tun. Dies dürfte aber auch die Gesundheitskosten in die Höhe treiben.“

Andreas Molnar

Der Beruf ist nicht nur lohnmässig nicht attraktiv. Seien wir doch ganz ehrlich, wer ist so verrückt und steigt in einen Beruf ein, der körperlich Hochleistungsport entspricht und dessen psychische Belastung einem Horrorfilm nahe kommt? Ich und jede andere Pflegefachperson, die noch an der Front arbeitet, ist so verrückt. Und jede einzelne hätte den Prix Courage verdient. Aber können wir das der Jugend noch zumuten? Oder besser gesagt, dürfen wir von ihnen erwarten, dass sie sich das antun?


„Patientenpflege ist wie es der Ausdruck schon sagt, die Pflege von Patienten. Müssten diplomierte KrankenpflegerInnen nicht auch noch die Patienten waschen, anziehen, umbetten usw., sondern sich den anspruchsvolleren Tätigkeiten rund um die Kranken widmen, so könnten erst genannte Arbeiten auch von "gewöhnlichen" dazu berufenen Menschen ohne Zeitdruck getätigt werden. Die Pflegeberufe wurden komplett stilisiert und die Menschlichkeit wegrationalisiert.“

Tina Baumann


„…und dass die in der Pflege tätigen Personen entsprechend ihrer Ausbildung und ihren Kompetenzen eingesetzt werden.“ steht im Initiativtext. Es ist ein weiterer Lösungsansatz zu überprüfen, wer für was eingesetzt wird. Pflegende (HF sowie FAGE) übernehmen heute im Alltag Aufgaben, die nicht in ihr Berufsbild gehören. Würden diese endlich wegfallen, wäre die Pflege schon sehr viel mehr entlastet.

Madame Malevizia, Pflegehexe